Präsentationsmaterial für Zentren

DKG-Pilotprojekt zur ärztlichen Zweitmeinung

Darm- und Prostatakrebspatienten, die eine ärztliche Zweitmeinung wünschen, können von der Expertise der Zentren mit einer Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) profitieren. Rund 140 DKG-zertifizierte Darm- und 40 Prostatakrebszentren stellen ihr Know-how ab April 2019 auf dem Zweitmeinungsportal www.krebszweitmeinung.de der HMO AG zur Verfügung. Das Portal vermittelt den Kontakt zu den DKG-zertifizierten Zentren und übernimmt die organisatorische Betreuung der Ratsuchenden beim Einholen der Zweitmeinung − die
Betroffenen haben die Wahl zwischen der Beurteilung ihres Falls nach Aktenlage allein oder nach einer zusätzlichen persönlichen Vorstellung an einem zertifizierten Zentrum. Die Zweitmeinung wird in beiden Fällen nach interdisziplinärer Fallbesprechung in der Tumorkonferenz erstellt. Die DKG begleitet diesen Zweitmeinungsservice durch eine wissenschaftliche Evaluation.

Häufig gestellte Fragen zum DKG-Zweitmeinungsprojekt

 

Zweitmeinung einholen - wie geht das?

Betroffene können sich sich bei unserem Partner HMO telefonisch oder über das Zweitmeinungsportal www.krebszweitmeinung.de melden und um Unterstützung bitten.

Sie erhalten dann eine Einwilligungs- und Teilnahmeerklärung, die sie unterschreiben müssen. Auf Grundlage der Einwilligungserklärung werden ihre medizinischen Daten in einer elektronischen Patientenakte (EPA) gespeichert, auf welche anschließend ein zertifiziertes Zentrum zur Erstellung einer Zweitmeinung Zugriff erhält.

Welche Unterstützung bietet www.krebszweitmeinung.de für die Patienten?

Die Case Manager der HMO erfassen die Fragestellung des Patienten und unterstützt bei der Digitalisierung aller benötigten Informationen sowie ihrer Hinterlegung in der EPA. Wenn die Informationen in der EPA vollständig sind und die radiologischen Bilder des Patienten vorliegen, kann mit der Einholung einer Zweitmeinung begonnen werden. Dazu organisiert der Case Manager die Vorstellung des Falles in einem der kooperierenden Zentren. Der Patient kann sich dort persönlich vorstellen, alternativ besteht auch die Möglichkeit einer Zweitmeinung nach Aktenlage.

Welche Kosten entstehen für die Patienten?

Ein gesetzlicher Anspruch auf die Erstattung der Kosten für eine ärztliche Zweitmeinung besteht bei onkologischen Indikationen nicht. Dennoch werden die Kosten für eine Krebszweitmeinung in unserem Pilotprojekt mittlerweile von einigen Kassen übernommen. Die Case-Manager unseres Partners helfen bei dieser Frage gerne weiter.

Was wird im Projekt evaluiert?

Die Evaluation soll unterschiedliche Aspekte des Zweitmeinungsverfahrens untersuchen und zwar sowohl auf  Systemebene, Patientenebene und Zentrumsebene. Dabei sollen u.a. folgende Fragen  beantwortet werden:

  • Wie viele Zweitmeinungen werden angefordert? Wie häufig werden Zweitmeinungen mit persönlicher Vorstellung oder nach Aktenlage angefordert?
  • Wie schnell werden die Zweitmeinungsanfragen bearbeitet? Wie viel Zeit vergeht, bis die Patienten das Ergebnis der Zweitmeinung erhalten?
  • Inwieweit stimmen Erstmeinungen und Zweitmeinungen überein? Was sind Gründe für Abweichungen zwischen Erst- und Zweitmeinung?
  • Aus welchen Gründen wünschen Patienten eine Zweitmeinung?
  • Wie zufrieden sind  Patienten mit dem Ablauf des Zweitmeinungsverfahrens?
  • Wie zufrieden sind die Patienten mit dem Ergebnis der Zweitmeinung (insbesondere bzgl. Sicherheit für die Entscheidungsfindung)?
  • Wie zufrieden sind die Zentren mit einzelnen Aspekten des Zweitmeinungsverfahrens?

Kontaktadresse

Zentren, die sich an diesem Pilotprojekt beteiligen wollen, erhalten weitere Informationen bei

PD Dr. Simone Wesselmann, MBA
Bereichsleitung Zertifizierung
Deutsche Krebsgesellschaft e. V. 
Tel. 030 – 322 932 990
wesselmann@krebsgesellschaft.de