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So finden Sie verlässliche Krebs-Informationen im Netz

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Das Internet bietet stetig Informationen zu verschiedensten Gesundheitsfragen. Doch wie verlässlich und medizinisch richtig sind solche Informationen überhaupt? Bei Fragen rund um Krebserkrankungen ist es zudem essenziell, zwischen Fakten und falschen Hoffnungen zu unterscheiden. Mit den folgenden 10 goldenen Regeln soll Ihnen die Suche nach verlässlichen Krebs-Informationen im Netz erleichtert werden.

Gesundheitsportale und medizinische Infoseiten boomen im Internet und erfreuen sich bei PatientInnen und deren Angehörigen wachsender Beliebtheit. Was vielen dabei jedoch entgeht: Die wenigsten dieser Portale unterliegen einer systematischen Qualitätssicherung.

 

Prinzipiell kann jeder Mensch eine Gesundheitsseite ins Leben rufen. Ob es sich bei einem Internet-Angebot allerdings um seriöse, qualitätsgeprüfte Information handelt oder darum geht, eine Außenseitermeinung oder die Erfahrungen von Einzelpersonen wiederzugeben, lässt sich unter anderem anhand einfacher formaler Qualitätskriterien erkennen.

Zehn Qualitätsmerkmale für Medizinseiten

Viele der seriösen Medizinseiten im Netz folgenden hier aufgelisteten Qualitätskriterien, die Sie als PatientInnen/Angehörige sehr leicht nachvollziehen können:

1. Wer ist der Seitenbetreiber/die Seitenbetreiberin?

Wer steht hinter dem Internet-Angebot zum Thema Gesundheit oder Krebs? Im Impressum erhalten Sie in der Regel mehr Informationen dazu, ob eine Privatperson, ein Unternehmen oder eine Fachgesellschaft die Seiten inhaltlich vertritt. Mithilfe dieser Angaben fällt es Ihnen leichter, die Themen einzuordnen und vor allem deren Unabhängigkeit und Gültigkeit besser zu bewerten.

2. Zweck der Internetseite?

Die Zielgruppe der Internetseite sollte sichtbar angegeben sein. Werden Sie als „medizinische Laien“ angesprochen, so sollte sich zudem ein Hinweis finden, dass die gegebenen Informationen keinen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ersetzen können.

3. Qualifikation der AutorInnen

Gute Beiträge im Netz oder anderswo bauen bei der Vermittlung von Faktenwissen immer auf das Know-how von Experten, die, je nach Thema, aus der Medizin, der Pflege oder einem entsprechenden Gesundheitsberuf kommen. Im Beitrag sollten sie entweder als Autoren, Fachberater oder Experten genannt sein.

4. Quellenangaben

Sie sollten bei Internetseiten z. B. mit Aussagen zu Krebstherapien stets auf Aktualität und die Angabe von Quellen achten. Nur so ist einigermaßen sicher zwischen persönlichen Erfahrungen der AutorInnen und wissenschaftlich belegten Aussagen zu unterscheiden.

Ausgewogene wissenschaftlich-medizinische Texte sollten eine Therapiemethode oder eine Tumorentität stets von allen Seitenund anhand der aktuellen Fachliteratur beleuchten.

5. Maßnahmen der Qualitätssicherung

Finden sich Angaben dazu, wie und in welchen Abständen die SeitenbetreiberInnen die Qualität der Texte überprüfen und diese auch regelmäßig aktualisieren? Gibt es unabhängige Experten, die die Themen und zugehörigen Artikel sichten?

6. Gibt es Möglichkeiten der Kontaktaufnahme?

Seriöse Medizinseiten bieten Ihnen zudem einfach zu findende, kostenfreie Kontaktmöglichkeiten für Nachfragen, Anregungen sowie Kritik zu den Inhalten.

7. Datenschutz

Seriöse Informationsseiten garantieren Ihnen den Schutz personenbezogener Daten und erklären Ihnen den Umgang damit.

8. Wie finanziert sich die Seite? Gibt es Sponsoren?

Legen SeitenbetreiberInnen ihre Finanzierung offen, so bemühen sie sich um Transparenz. Gesponserte Webseiten müssen zudem klar erkennbar gekennzeichnet sein. Solche Kennzeichnungen gelten ebenso für die Unterstützung seitens kommerzieller und nicht-kommerzieller Organisationen.

9. Kennzeichnung von Werbung

Werbung ist ein üblicher Weg zur Finanzierung von Gesundheitsseiten. Sie sollten aber auf den ersten Blick erkennen können, ob es sich bei einem Beitrag um einen redaktionellen Beitrag oder um eine bezahlte Anzeige handelt. Seriöse Anbieter nutzen ein besonderes Layout für die Kennzeichnung von Werbung, z.B. durch den Vermerk „Anzeige“ über dem entsprechenden Beitrag.

10. Kooperationen auflisten

Angaben zu Kooperationen sind hilfreich, um Verflechtungen und mögliche Abhängigkeiten  im Hintergrund zu erkennen. Dies ist wichtig, um besser einschätzen zu können, wie unabhängig die dargestellten Inhalte wirklich sind.

Sie müssen die Einhaltung dieser Qualitätskriterien zum Glück nicht auf jeder besuchten Medizin-Seite selbst überprüfen. Dafür gibt es zwei in Deutschland weit verbreitete Gütesiegel, HONcode und afgis.

Gütesiegel im Online-Medizinbereich

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Die Gütesiegel geben Ihnen allerdings auf der Suche nach vertrauensvollen Gesundheitsinformationen im Netz lediglich eine erste Orientierung. Weder das afgis- noch das HONcode-Siegel prüft die medizinischen Inhalte auf Aktualität und Richtigkeit. Beide Gütesiegel verpflichten lediglich zur Wahrung der oben genannten Qualitätsmerkmale für Medizinseiten.

Das HONcode-Zertifikat stellt z. B. einen ethischen Standard dar, der zum Ziel hat, die Qualität medizinischer Informationen im Netz zu sichern. Dennoch veranschaulicht das Siegel „nur“ die Bemühungen der WebseitenbetreiberInnen, auf ihren Seiten transparente Medizininformationen öffentlich zu machen. Eine auf solche Weise gelebte Transparenz einer Webseite wiederum erhöht zum einen die Objektivität, zum anderen die Wahrscheinlichkeit für die fachliche Richtigkeit der veröffentlichten Beiträge.

 

Tipp: Folgende Seiten bieten Ihnen zertifizierte Krebsinformationen für den ersten Einstieg:

 

 

 

 

Quellen und weiterführende Informationen:

https://www.afgis.de/

https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/Patienteninformation.pdf

https://www.hon.ch/HONcode/index_de.html

https://www.patienten-information.de/checklisten/qualitaet-von-gesundheitsinformationen

 

Redaktion: Dr. rer. nat. Marcus Mau

Letzte inhaltliche Aktualisierung: 26.05.2019

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Aktualisiert am: 17.11.2019 18:52