Radon: Bedeutender Risikofaktor für Lungenkrebs

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Nach dem Rauchen ist Radon hierzulande der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. Das ist vielen nicht bekannt.

Radon ist in Deutschland nach dem Rauchen der zweitwichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. Darauf weist das Bundesamt für Strahlenschutz in aktuellen Erklärungen hin. Einem Bericht in der Fachzeitschrift MMW Fortschritte der Medizin zufolge wird die Wirkung des radioaktiven Gases hierzulande oft unterschätzt.

In der Luft kommt Radon nur selten vor. Es entsteht beim Zerfall von Thorium und Uran, die sich im Erdreich und im Gestein befinden. Von dort gelangt es in die oberen Bodenschichten und schließlich in die Atmosphäre. Dementsprechend ist die Radon-Aktivitätskonzentration dort am höchsten, wo der Boden stark mit Uran und Thorium angereichert ist, also vor allem im Schwarzwald, im Bayerischen Wald sowie im Fichtel- und Erzgebirge, die aus Granitgestein bestehen.

In den Körper gelangt Radon beim Einatmen. Es wird zum größten Teil rasch wieder ausgeatmet. Bestimmte Zerfallsprodukte jedoch wie Bismut oder Blei können sich ablagern. Sie zerfallen und senden dabei Alphastrahlung aus. Diese kann die Lungenzellen schädigen und Krebs verursachen. Seit 1988 ist Radon von der Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation als krebserregend eingestuft.

Insbesondere wenn Gebäude nicht ausreichend gegen den Untergrund abgedichtet sind, kann sich Radon auch in den Innenräumen ansammeln. Wer raucht, ist besonders gefährdet, da sich das Rauchen und Radon gegenseitig verstärken. Bis Ende 2020 müssen die Bundesländer laut Strahlenschutzgesetz die Gegenden ermitteln, in denen der Radon-Referenzwert bei einer „beträchtlichen“ Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen überschritten wird. Dort müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Radonkonzentration zu senken. An Arbeitsplätzen und in neugebauten Wohnhäusern ist das verpflichtend, in bereits bestehenden Wohngebäuden freiwillig.

 

Quellen:

Bublak R. Warnung des Bundesamts für Strahlenschutz. Radon – verkanntes Risiko für Lungenkrebs. MMW Fortschritte der Medizin 2019, 18(161):10-12

Broschüre des Bundesamtes für Strahlenschutz zu Radon (pdf)

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 22.01.2020 15:02