Leukoplakie als Risikofaktor für Mundhöhlenkrebs

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Regelmäßige Kontrollen sind zu empfehlen, insbesondere dann, wenn sich bereits erste Zellveränderungen zeigen.

Leukoplakie ist ein Risikofaktor für Mundhöhlenkrebs. Das bestätigte sich einmal mehr in einer Untersuchung von Wissenschaftlern aus den USA, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurden.

Bei der Leukoplakie („weiße Fläche“, auch Weissschwielenkrankheit genannt) handelt es sich um eine übermäßige Verhornung der Schleimhäute oder der Lippenhaut. Sie kommt vor allem im Bereich der Lippen und der Mundhöhle sowie im Genitalbereich vor. Leukoplakie entsteht durch chronische Reizung, etwa durch schlecht sitzenden Zahnersatz oder wiederholte Virusinfektionen.

In der aktuellen rückblickenden Studie wurden die Daten von 4.886 Patienten mit Leukoplakie im Mund ausgewertet. Bei 1.888 von ihnen wurde Gewebe von der Leukoplakie-Stelle entnommen (Biopsie), um es unter dem Mikroskop auf Zellveränderungen zu begutachten. 

Wie sich zeigte, hatten die Patienten mit Leukoplakie gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko für Mundhöhlenkrebs. Dabei war das Krebsrisiko umso höher, je stärker die Zellen, die nach der Biopsie mikroskopisch beurteilt wurden, bereits verändert waren. Jedoch entwickelte sich auch bei fast 40 Prozent der Patienten, bei denen keine Zellveränderungen beobachtet wurden, später noch Mundhöhlenkrebs.

Nach Ansicht der Studienautoren sei Patienten mit Leukoplakie eine Biopsie zu empfehlen, um eventuellen Mundhöhlenkrebs rechtzeitig zu erkennen. Dies gelte unabhängig davon, wie sich der klinische Befund darstelle, also ob eine vorhandene Leukoplakie, mit dem bloßen Auge betrachtet, als leicht oder schwer zu beurteilen sei. Wenn sich bei der Biopsie bereits Zellveränderungen zeigen, seien regelmäßige Kontrollen unerlässlich. 

 

Quelle:

Chaturvedi AK et al. Oral leukoplakia and risk of progression to oral cancer: A population-based cohort study. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Dezember 2020, djz238, https://doi.org/10.1093/jnci/djz238

 

(KvK) 

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Aktualisiert am: 19.02.2020 16:48